17. November 2014 blogger

Das was von den meisten Menschen allgemein als „Abnehmen“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit nicht eine „Sache“, sondern mindestens drei (tatsächliche Essstörungen hier nicht betrachtet). Diese drei unterscheiden sich grundsätzlich in dem, was sie für Gesundheit, Fitness und Ästhetik bewirken.

Variante 1.

„Abnehmen“ durch, „möglichst wenig essen“ und ohne Sport. Das ist die mit Abstand ungünstigste Variante. Durch stumpfes (oft maximales) Reduzieren der Kalorien, ohne dabei auf den Nährstoffbedarf (Protein, ungesättigte Fett, Vitamine/Mineralien) zu achten, wird der Körper dazu gezwungen „Gewebe“ zu reduzieren.* Diese Reduktion erfolgt jedoch nicht nur im Bereich des Fettdepots, sondern in mindestes gleichem Maße auch in der Muskulatur. Wird dieses Verhalten mehrere Monate aufrechterhalten, sind die Folgeeffekte ausschließlich negativ:

– Reduzierung der Stoffwechselrate > Müdigkeit, Antriebslosigkeit

– Schwächung des Bewegungs- und Stützapparates, durch Muskelabbau > Haltungsschäden, muskuläre Verspannung, Erhöhung der Belastung von Gelenken und Bändern

– negative Veränderung des Hormonhaushaltes > Veränderung des Hautbildes, psychisches Ungleichgewicht

= Ein solches Vorgehen generiert fast immer mehr negative Folgen, als durch das „Halten“ (zumindest eines leichten) Übergewichtes eintreten würden.

* Wichtig: Wird der Nährstoffbedarf nicht beachtet und z.B. zu wenig Protein zugeführt, führt auch das „Abnehmen“ mit Sport zur Schädigung, weil der Körper nicht in der Lage ist das durch Training „beschädigte“ Muskelgewebe mit Hilfe von zugeführtem Protein zu reparieren. So führt auch dieses Vorgehen zum schädlichen Verlust von Muskulatur!

 Variante 2.:

„Abnehmen“ durch Reduktion der zugeführten Kalorien bei gleichzeitiger Zufuhr der optimalen Nährstoffmenge (Protein,…) und sportlicher Aktivität, welche sich hauptsächlich im Ausdauertraining  abspielt. Diese Methode wird  vor allem von Ausdauersportlern (z.B. Marathonläufern) genutzt, um sowohl den Körperfettanteil und den Anteil an Kraftmuskelfasern auf ein Minimum zu reduzieren, als auch den Anteil der Ausdauermuskelfasern auf ein Maximum zu entwickeln. Dieses Vorgehen hat den Sinn den Körper für lange Laufaktivitäten zu optimieren. Mehr Ausdauerfasern bedeutet mehr Ausdauerleistung. Weniger Kraftfasern bedeutet, weniger Körpermassen und niedrigerer Sauerstoffverbrauch.

Diese „Abnehmvariante“ ist nicht grundsätzlich schädlich, da die nötige Nährstoffversorgung sichergestellt ist und das Herz-Kreislaufsystem gefördert wird. Sie hat aber auch vielfältige Nachteile.

Die selektive Ausrichtung auf die Ausdauerleistung führt zur Verminderung aller anderen konditionellen Leistungsmerkmale (Kraft, Schnelligkeit,…). Der Sportler ist also insgesamt weniger leistungsfähig. Zudem hat es negative Effekte bezüglich des Alterungsprozesses, da zum einen der Stoffwechsel und die hormonelle Balance in einer Weise verändert werden, die zum „Auszehren“ des Körpers führen und die Alterung des Gewebes somit beschleunigen. Zum andern wird das Problem der Kraftabnahme im Alter und der damit verbundnen Verschlechterung des Haltungsbildes, sowie der erhöhten Sturzgefahr verstärkt, da die stabilisierende Kraftmuskulatur systematisch vermindert wird.

Variante 3.

 „Abnehmen“ – in diesem Falle ausschließlich die Verminderung des Körperfettanteils, bei möglichst keinem Muskelmasseverlust – durch Reduktion der zugeführten Kalorien bei gleichzeitiger Zufuhr der optimalen Nährstoffmenge (Protein,…) und sportlicher Aktivität, welche zu (ungefähr) gleichen Teilen aus Kraft-, Schnelligkeit- und Ausdauertraining besteht.

Diese Variante ist die einzige, welche uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Sie erhöht (oder hält) die Muskelmasse auf ein optimales Niveau (natürlich nur, wenn dopingfrei!) und minimiert gleichzeitig den Körperfettanteil auf effektivste Weise. Dadurch wird der Körper in allen Leistungsbereichen gefördert, der Hormonhaushalt optimiert, der Alterungsprozess verlangsamt.

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