6. April 2015 blogger

In der Sportmedizin wird das Übertraining als eine chronische Überlastungsreaktion beschrieben. Hauptsymptom ist das Absinken des Leistungsniveaus des betroffenen Sportlers. Die Vorstufe des chronischen Übertrainingssyndroms stellt die mehrfach akute Überbelastung dar. Der Übergang von einer kontinuierlichen Überbelastung zu einem Übertrainingsyndrom ist fließend, d.h. es ist anhand der Symptome (bisher) nicht möglich genau festzustellen, ab wann ein Übertraining manifest ist.

Grundlegend sind die Ursachen in einer kontinuierlich zu hohe Trainingsintensitäten, zu hohem Trainingsumfang und/oder unzureichende Regenerationszeit zu finden – genauer gesagt einem Missverhältnis von Belastung (Intensität, Umfang) zu Erholung (Nährstoffversorgung, Schlaft,…). Beiden Faktoren kommt nach gegenwärtigem Kenntnisstand gleiche Bedeutung zu. Worin die genauen Ursachen für die Entstehung von Übertraining liegen, ist bisher nicht klar. Für alles Ursächliche bestehen bisher nur hypothetische Modelle.

So könnte die Ursache für Übertraining sowohl physische, als auch psychische Grundlagen haben, z. B. Monotonie der Handlung/ Bewegungsabläufen. Sie könnte in muskulären oder nervalen Dysbalancen zu finden sein oder auf selektivem Nährstoffmangel (Vitamine, Mineralien, Kohlenhydrate,…) beruhen. Einigkeit besteht bisher nur in der Einschätzung, dass Übertraining ein reales Phänomen ist, welches auf einen Ungleichgewicht von Belastung und Erholung beruht und mit einer Reihe von typischen Symptomen einhergeht.

Welchen Ausprägungsgrad diese Symptome haben, ist individuell sehr verschieden. So äußert sich ein manifestes Übertrainingssyndrom nicht nur in einer Leistungsreduktion, sondern auch in Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, einer Erhöhung des Ruhe- und Belastungspulses oder Schlafstörungen. Zudem treten vermehrte Infekte (Erkältung,…) auf und die Verletzungsanfälligkeit (Muskeln, Bindewebe) steigt. All diese Beschwerden haben starke Auswirkung auf die psychische Verfassung, welche auch in einer Depression münden können. Der Zustand des Übertrainings an sich hat also Krankheitswert!

Eine betroffene Person „bewegt“ sich immer tiefer in eine Negativspirale hinein, welche nur durch eine Belastungspause unterbrochen werden kann. Auch eine sportärztliche Behandlung ist empfehlenswert, wobei bis dato jedoch keine einheitliche Therapiestrategie im Sinne der „evidenzbasierten Medizin“ zur Verfügung steht.

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