20. April 2015 blogger

Wir tun es jeden Tag und jeder Mensch „verschläft“ 1/3 seines Lebens. Und nicht nur wir. Jedes Lebewesen, das ein Gehirn besitzt, benötigt Schlaf. Damit ist Eines schon mal klar: Schlafen ist von großer Wichtigkeit! Um seine Bedeutung erkennen zu können, muss man als Erstes verstehen, weshalb wir schlafen. Im Schlaf findet der Hauptteil der Informationsverarbeitung statt, aber der Hautgrund für Schlaf liegt noch tiefer. Jede Körperzelle ist stoffwechselaktiv, d.h. produziert auch Stoffwechselnebenprodukten – Abfall, wenn man so will. Um diese „Abfälle“ abtransportieren zu können, besitzt der Körper ein spezielles Leitungssystem, die Lymphbahnen. Die Nervenzellen sind von allen Zelltypen die stoffwechseltechnisch aktivsten. Da diese im Gehirn jedoch so dicht gepackt sind, dass kein Platz für ein extra Leitungssystem bleibt, hat sich ein evolutionäres Alternativsystem entwickelt = Schlaf. Schlaf dient vordergründig dazu alle Stoffwechselnebenprodukte, die sich in der Wachphase angesammelt haben, abzutransportieren. In den Schlafphasen kontrahieren die Nervenzellen entlang der im Gehirn verlaufenden Blutgefäße. Diese Kontraktion entfaltet eine Sogwirkung, welche das Gehirnwasser, das sich zwischen Hirnhaut und Gehirn befindet, mitten in das Gehirn strömen lässt. Die Stoffwechselabfälle gehen in das Gehirnwasser über und transportieren diese, bei Dekontraktion des Nervengewebes, aus dem Gehirn heraus. Dieser Vorgang wiederholt sich innerhalb von Tiefschlaf- und Traumphase mehrere Male pro Nacht. Wenn die Reinigung vollständig abgeschlossen ist, wachen wir (von alleine) auf. Wir sind dann ausgeschlafen, das Nervensystem ist erholt und bereit für neue Informationen und Steuerungsprozesse. Dieser Prozess benötigt also eine bestimmte Zeit und es gibt keine „Abkürzung“ dafür. An dieser Stelle kommt die Frage auf: Wie viel Schlaf ist „genug“?

Etwa einer von 1000 Menschen kommt mit ca. 6h pro Tag aus. Die Mehrzahl der Menschen benötigt 7-8h, um diesen lebensnotwendigen Prozess abzuschließen. Vor allem Personen mit viel körperlicher Aktivität benötigen häufig mehr: >8h = 9/ 10h.

In seltenen Fällen werden sogar mehr sogar mehr als 10h pro Nacht benötigt.

Wie findet man nun heraus, wie viel Schlaf man benötigt?

Die einzige definitive Möglichkeit liegt darin zu lernen den Wachheitsgrad zu erfühlen und den Tagesverlauf zu analysieren. Folgende einfache Fragen können dabei hilfreich sein: 1. Benötige ich eine Wecker um „rechtzeitig“ aufzuwachen? Wer vom Wecker geweckt wird, hat immer zu wenig geschlafen. 2. Benötige ich Mittagsschlaf? Wer wirklich ausgeschlafen ist, der wird auch in der Mittagsstunde nicht müde sein. 3. Wie lange schlafe ich am Samstag/ Sonntag, wenn ich ausschlafen kann? Wer am Wochenende (wesentlich) länger schläft, der kann davon ausgehen, dass der Körper über die Woche zu wenig Schlaf bekommen hat. Der Körper versucht dann einen Ausgleich zu schaffen, indem er die Anzahl der Schlaf- also „Reinigungs-“ Phasen erhöht. Dies ist jedoch nur eine Notlösung, die nicht ausreicht um denselben Effekt von kontinuierlich genügendem Schlaf zu erzielen.

Menü