2. März 2015 blogger

Wenn man der Frage nachgeht, ob eine (spezielle) Ernährungsform oder Lebensweise Einfluss auf den Körperfettanteil hat, ist es als erstes von Bedeutung zu beleuchten, welchen „Körperstatus“ (z.B. hoher/ niedriger Körperfettanteil) eine Person hat und welchen gegenwärtigen Lebens- und Ernährungsstil sie bisher pflegt.

Kurz gesagt: Je höher der Körperfettanteil einer Person ist, je weniger sie sich täglich bewegt und je mehr Kalorien, vor allem in Form von Zucker und gehärteten (/ gesättigten) Fetten, sie täglich zugeführt, desto größer wird der Effekt durch eine Umstellung hin zu täglicher Bewegung – evtl. sogar zu täglichem Training – und nährstoffreicher Nahrung (viel Eiweiß, Vitamine, bei z.B. wenig Zucker,…) sein.

Was allgemein für eine spezielle Ernährungsform gelten kann, gilt dementsprechend auch für Paläo.

Wer also unabhängig von seinem gegenwärtigen Status ein „Fettabbauwunder“ durch Paläo erwartet, der läuft Gefahr enttäuscht zu werden. Evtl. ist man mit seiner gegenwärtigen Lebensweise in Bezug auf die „Ausgewogenheit“ der Nahrungszufuhr und das Aktivitätsverhalten schon auf so hohem Niveau, dass weit mehr Spezifität in der Ernährung (Markonährstoffzusammensetzung, Kalorienzufuhr/d,…) notwendig ist, um dem Fettabbau anzukurbeln.

Ein weiterer Faktor ist die Art der Umsetzung des Ernährungskonzeptes Paläo.

Verzichtet eine Person zwar auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte, ernährt sich dann jedoch „nur“ noch von den Kalorienbomben des Paläo, wie fettreichem Fleisch oder Paläosüßigkeiten, wird deren täglichen Kalorienzufuhr schnell ein Niveau erreichen, dass einen Fettabbau unmöglich macht.

Auch die Selbsteinschätzung zur wirklich geleisteten Arbeit (Stichwort: Trainingsintensität/ Trainingvolumen) ist von größter Bedeutung. Wer also beispielsweise nur drei mal pro Woche 15 min Intervalltraining oder 1 h Grundlagenausdauer absolviert, dafür aber täglich 1000 kcal mehr zuführt, wird damit vermutlich eher an Fett zulegen als abbauen – und das auch mit Paläo!

Zusammenfassend ist also festzustellen, dass das Ernährungs- und Lebenskonzept Paläo, mit der Auswahl frischer, nährstoffreicher Lebensmittel und (möglichst viel) Bewegung zweifellos positive Effekte auf die Gesundheit und die Fitness hat, keinesfalls aber automatisch zum Fettabbau führt. Dazu ist es notwendig differenzierter mit seinem gegenwärtigen Körperstatus, Aktivitätsniveau und seiner Nahrungsmittelauswahl umzugehen.

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