9. Februar 2015 blogger

„Eine vielfältige und variantenreiche Paläoernährung sorgt automatisch für eine optimale Nährstoffversorgung!“ Das man diesen Satz so zu 100 % stehen lassen kann, darf zwar in Frage gestellt werden. Unstrittig ist jedoch, dass eine variantenreiche Paläoernährung – mit der ständigen Zufuhr guter Eiweißquellen und einem breiten Spektrum an Gemüse- und Obstsorten – eine sehr gute tägliche Nährstoffbilanz möglicht macht.

Unter dieser Voraussetzung treten zudem weitere positive Folgeeffekte ein.

So führt die stark verminderte Zufuhr von kurzkettigen, insulinpflichtigen Zuckern (z.B. Glukose), zu einer Herabsetzung der täglich benötigten Insulinmenge. Je weniger freies Insulin im Blut zirkuliert, desto leichter ist es dem Körper möglich auf das ihm vorliegende Speicherfett als Energiequelle zuzugreifen, d.h. optimierter Fettabbau. Weniger Insulin (plus mittel bis langfristig weniger Körperfett), heißt weniger Entzündungsreaktionen im Körper, was zur Entlastung des Immunsystems und zur Beschleunigung regenerativer Prozesse führt.

Weniger freies Insulin heißt außerdem geringeres Risiko von plötzlicher Unterzuckerung und Heißhungerattacken. Vermeidet man die Zufuhr von stark salzhaltigen Fleisch- und Wurstwaren (z.B. Schinken) oder hält man diese auf einem geringen Niveau, wird der paläogerechte Verzicht auf herzhafte Backwaren (z.B. Brot, Brötchen) zu einer (starken) Verminderung der täglich aufgenommenen Salzmenge führen. Damit einhergehen ist eine automatische Verminderung des Blutdrucks von bis zu 30 % innerhalb von wenigen Wochen möglich, was im Rahmen einer Messreihe während der Mars-500-Experimente nachgewiesen werden konnte.

Des Weiteren führt die paläogerechte Ausrichtung der Nahrungszufuhr zu einer demgemäßen Anpassung der Darmflora, wenn diese Ernährungsform lange genug ununterbrochen durchgeführt wird. Welche positiven Effekte diese Anpassung auf die „Optimierung“ des Stoffwechsels hat, ist nicht zu unterschätzen! So zeigen Untersuchungen an sehr stark übergewichtigen Patienten, an denen eine Magenbypass-Operation durchgeführt wurde, dass deren darauf folgender starker Abbau von Körperfett, nicht wie ursprünglich angenommen aus dieser Verkleinerung des Magens und der drauffolgenden geringeren maximalen Nahrungsmenge resultiert. Hauptgrund für den Fettabbau ist die postoperationale Veränderung der Darmflora! Dem Körper wird es somit möglich, den Stoffwechsel hin zu einer verbesserten Nährstoffnutzung zu optimieren.

Ähnliche Anpassungen hat eine dauerhafte (paläogemäße) Nahrungsumstellung zur Folge.

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