11. Januar 2016 blogger

Wenn man hungrig vor dem Training ist, stellt sich immer wieder die Frage: Soll ich noch Etwas essen?
Dass die Zufuhr von Nahrung (große) Probleme im Training mit sich bringen kann, hat fast jeder Sportler schon einmal erlebt. Der Bauch schmerzt, die Leistung bricht ein und wer sehr hart trainiert, hat meist auch danach noch mit Übelkeit und manchmal sogar Erbrechen zu kämpfen.
Grund dafür ist der Konflikt zwischen dem Sauerstoffverbrauch der Muskulatur des Verdauungstrakts und der Skelettmuskulatur.
Wenn man Nahrung zugeführt hat wird die (glatte) Muskulatur in Magen und Darm aktiv. Sie dient dazu den Nahrungsbrei zu durchmischen und durch den Körper zu befördern. Die spezielle Muskulatur ist so beschaffen, dass sie sehr lange Spannungszeiten hervorbringen und über Stunden aktiv sein kann. Wie alle Muskel im Körper benötigt auch diese Sauerstoff um arbeiten zu können.
Setzt man den Körper in der Zeit der Verdauung unter den Belastungsstress eines Trainings, muss der zugeführte Sauerstoff nun verstärkt den für die Bewegung zuständigen Skelettmuskeln zugeführt werden. Beim Training wird nun ein Mechanismus in Gang gesetzt, der auch in einer Notfallsituation – Menschheitsevolutionär z.B. die Flucht vor einem Säbelzahntieger – zum Einsatz kommt. Der Sauerstoff wird von der Verdauungsmuskulatur abgezogen und stattdessen zu den Skelettmuskeln gleitet (= Flucht vor Verdauung (!)). Je nachdem wie belastend das Training ist, kann es zwischenzeitlich zum völligen Stopp der muskulären Magen-Darmaktivität kommen. Der Stau im Darm führt zu Gärungsprozessen (Blähung). Im Magen kann er zu Erbrechen führen.
Da niemals der komplette Sauerstoff zu den Skelettmuskeln geleitet werden kann und zudem das Nervensystem unter Stress gesetzt wird (z.B. Bauchschmerzen) wird auch die (Flucht-/)Trainingsleistung immer in Mitleidenschaft gezogen.

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