7. September 2015 blogger

Viele Ernährungsratgeber gehen immer vom dem durch sie definierten „Optimum“ aus und versprechen „garantierten“ Erfolg. Nach dem Motto: „Wenn du Das, Das und Das so machst, wie es hier steht, dann wirst du Das und Das erreichen!“ Solche Aussagen sind häufig überspitzt, fehlerbehaftet und vereinheitlichen die total unterschiedlichen Vorraussetzungen, die jeder Leser mitbringt. Im Endeffekt muss man alle Aussagen in verschiedene Güteklasse unterteilen. Solche, die „100%ig“ gesichert (, wenn das überhaupt möglich ist!?), zumindest aber „gut“ belegt sind, finden sich (leider) nur selten. Beispiel: „Der Körper braucht Eiweiß!“ – Daran kann es keinen Zweifel geben. Unterhalb dieser „scharfen“ Grenze, wird es schon schwammig und Faktoren wie persönliche Vorraussetzungen, wirken sich immer stärker aus.

Wenn man die Situation der langfristigen Erfolgsicherheit ganz strikt betrachtet, gibt es bisher nur eine Maßnahme, die hundertprozentig und effektiv zu einer dauerhaften Verringerung des Körperfettanteils führt, die Magenbypassoperation. An dieser künstlichen Veränderung der Anatomie kann man persönlich nichts mehr ändern und so bleibt man auch ein Leben lang „dabei“. Alle anderen Empfehlungen und Methoden haben den „Haken“, dass man sie sozusagen immer durchhalten muss, sonst sind die erreichten (positiven) Effekte relativ schnell wieder weg. Dies gilt auch für jedes moderate „gut in das Leben integrierbare“ Konzept. Und wenn man an dieser Stelle ganz „radikal“ darüber nachdenkt, hält Niemand egal welches Ernährungskonzept „für immer“ durch! Das gilt auch für meist nicht auf Fettabbau zielende Konzepte wie Vegetariertum.

Unter normalen Bedingungen fallen 99,9 % der Leute früher (halbes Jahr) oder später (Jahre) langsam aber sicher wieder auf ihr „Strandartgewicht“ oder besser gesagt ihren „Standartkörperfettanteil“ zurück. Wer „Glück“ hat, bei dem sind das z.B. nur 12-14% (Männer) oder 18-20% (Frauen) – Soll heißen: Wer dauerhaft „schlank“ ist, der war niemals wirklich „dick“.

Mit „normalen Bedingungen“ meine ich die Umwelt, die überhaupt erst dazu geführt hat, dass man an Fett zugenommen hat. Auf einer einsamen Insel, auf der man jeden Tag jagen und sammeln muss und es nur Fisch, Kokosnüsse,… zu essen gibt, nimmt Jeder ab und bleibt auch schlank, solange er dort lebt (/ leben muss).

Dauerhafte, freiwillige, Verhaltensänderung hingegen, ist für den Mensch wahrscheinlich fast unmöglich. Über das „schwache“ Bewusstsein regt man sich dazu an etwas „anders“ zu machen, das „starke“ – über Jahre, vielleicht Jahrzehnte programmierte und auch genetisch geprägte – Unterbewusstsein arbeitet dagegen. Wenn dann der „restliche“ Körper nicht so veranlagt ist, dass er nur wenig Fett zulässt und die Person nicht auf einen bewegungsreichen Lebensstil geprägt ist, wird sich dauerhaft Nichts ändern.

Das ist leider die deprimierende Realität!

Doch statt den Menschen sozusagen „direkt ins Gesicht“ zu sagen was Realität ist, gibt man ihnen spezielle Konzepte mit Regeln und Verboten an die Hand, die ihnen Hoffnung geben und mit denen sie es „probieren“ können. Alle „Ratgeber“ tun das, weil sie helfen wollen oder schlicht und einfach um Etwas zu verkaufen. „Gute“ Verkäufe mit einem Ernährungskonzept zu erzielen, dass sich durch kleine Veränderungen und langsame, aber langfristigen Erfolge in puncto Gesundheit / Gewichtsverlust auszeichnet, ist weitaus schwieriger, als mit reißerrichen, plakativen Übertreibungen, die durch prominente Frühsprechen beworben wird!

So nehmen die Leute ab und zu mal ab und zu und halten bestenfalls ihr Gewicht.

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