22. Juni 2015 blogger

Trotz der zahlreichen Negativwirkungen eines hohen Konsums von Glucose, darf diese jedoch nicht als „giftig“ oder prinzipiell schädlich angesehen werden! In der richtigen Dosierung – abhängig von genetischer Veranlagung und Aktivitätsniveau – entfaltet die Glucose auch positive Wirkung und hat zudem eine wichtige Bedeutung für die Versorgung von Zentralnervensystem und das Nierenmark, welche diese als Hauptenergiequelle benötigen. Der Körper kann diese Gewebe zwar auch durch Ketone (aus Fettsäuren gebildet) versorgen, der Direktweg über die Glucose ist jedoch effektiver. Zudem stellt die Glucose den am Schnellsten verfügbaren Energieträger dar. D.h. die Zeit von der Zufuhr bis zur möglichen Verstoffwechselung ist minimal. Grund dafür sind die zahlreichen, auf die molekulare Struktur der Glucose evolutionär angepassten Transportproteine, die den aktiven Transport und damit schnellen Übergang vom Blut in die Zelle ermöglichen. Unter körperlicher Beanspruchung (= während der Belastung) ist es dem Körper sogar möglich Glucose ohne die Freisetzung von Insulin in die Zellen zu transportieren. Ein Indiz dafür, welche Bedeutung dieser Energieträger für den Menschen hat. So wie die ständige Glucosezufuhr den Ausdauerathleten dazu befähigt höchste Lauf- oder Fahrtgeschwindigkeiten über Stunden aufrechtzuerhalten, kann dies auch für unsere Vorfahren auf der Jagd von Bedeutung gewesen sein.

Daneben wirkt die Glucose in positiver Weise auf die psychische Verfassung des Menschen. In mehreren Untersuchungen des Psychologieprofessors Roy Baumeister von der University of Florida aus dem Jahr 2012 konnte gezeigt werden, dass „Zucker“ –  zum richtigen Zeitpunkt zugeführt  – die Willenskraft steigert. In zweistufigen Versuchsreihen (Rätsel, Worttests, Vermeidungstest,…) zeigte sich, dass alle Probanden den ersten Teil stets motiviert angehen konnten, die zweite Stufe jedoch nur von denen bewältigt wurde, die nach dem ersten Test Zucker in Form von Softdrinks erhalten hatten. Die Zufuhr von Süßstoffgetränken hingegen hatte keinen Effekt. Interessant dabei ist auch, dass es nicht notwendig ist die „Limonade“ zu schlucken. Auch Gurgeln im Mund – also das Umspülen von Zunge und Mundraum – brachte diesen positiven Effekt. Die Kalorien sind also nicht entscheidend, sondern die Information, die durch dieses Molekühl auf unser Gehirn übertragen wird. Es bringt das Gehirn bildlich gesprochen dazu zu sagen: „Achtung sein aufmerksam! Hier gibt es Zucker/ Nahrung!“

Wer also geistig stark beansprucht ist, der sollte sich evtl. doch hin und wieder eine kleine Portion Zucker „gönnen“. 

 

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