15. Juni 2015 blogger

Glucose, die umgangssprachlich auch als Traubenzucker bezeichnet wird, ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und gehört damit zu den Kohlenhydraten. Es existieren zwei Molekühltypen der Glukose (D-/ L-Glucose). Nur die D-Glucose kommt in der Natur vor und ist in älterer Literatur häufig als Dextrose bezeichnet. Es existieren für die D-Glucose also drei synonyme Begriffe. (Die L-Glucose hingegen kann nur über sehr kostspielige Syntheseverfahren gewonnen werden und besitzt daher nur geringe praktische Bedeutung, obwohl diese für Diabetiker verträglich ist.)

Das Glucosemolekül wird durch den Photosyntheseprozess von Pflanzen gebildet (Sonnenlicht > Chlorophyll + Wasser + Kohlenstoffdioxid) und kann von allen Lebewesen zum Zweck der Energie- und Kohlenstoffgewinnung verstoffwechselt werden. Es besitzt einen physiologischen Brennwert 3,74 kcal/ g. Natürlicherweise findet man den Einfachzucker Glucose nicht in seiner freien Form, sondern als „Kettenglied“ von Mehrfachzuckern wie beispielsweise Laktose in der Milch, Stärke in Kartoffel/ Getreide oder in dem für den Menschen unverdaulichen, längsten Kohlenhydratmolekühl Cellulose. Sie dient den Pflanzen als Speicherstoff oder als Bestandteil der Zellwände. Beim Menschen beginnt die Zerlegung der Kohlenhydratketten bereits im Mund durch das Kauen und die Durchmischung mit Amylase, einem Verdauungsenzym das im Speichel enthalten ist. Die weitere Zerlegung erfolgt in Magen, Zwölffinger- und Dünndarm. Die Darmbakterien beenden den letzten Verdauungsschritt hin zum freien Glukosemolekül und machen damit die Aufnahme durch den Dünndarm und die Überführung in das Blut möglich. Das, während des Verdauungsprozesses aus der Bauchspeicheldrüse freigesetzte Hormon, Insulin ermöglicht den Übergang vom Blut in die Zellen. Hier – genauer gesagt in dem Mitochondrien – wird die Glucose entweder energetisch verstoffwechselt, in die körpereigene Speicherform Glykogen (gespeichert in Muskel- und Leberzellen) überführt oder in Proteinen und anderen Molekühltypen eingebaut.

Je mehr Glucose eine Nahrungsquelle enthält und je kurzkettiger diese vorliegt – siehe raffinierter Zucker in Süßigkeiten – desto mehr Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse freigesetzt. Positiver Nebeneffekt ist, dass damit auch die Einschleusung der Proteine in die Zelle beschleunigt wird. Ungünstigerweise besitzt die starke und vor allem dauerhafte Freisetzung von Insulin jedoch vielfältige Negativwirkungen, da das menschliche Verdauungssystem nicht für so große (häufig freie) Glucosemengen ausgelegt ist, wie wir sie heut zu Tage leicht mit der Nahrung zuführen können. Wenn der physiologische Glucosegehalt des Blutes von ca. 0,1 % unterschritten wird, kommt es zur Unterzuckerung. Heißhunger (auf Zucker), Schwindelgefühl und Herzrasen sind die Folge. Gleicht man Diese wiederum durch die Zufuhr von Glucose aus, beginnt der Vorgang von neuem (- in diesem Zusammenhang spricht man auch von Zuckersucht). So führt man erstens sehr schnell einen Kalorienüberschuss herbei, der in einer Umbildung der Glucose zu Fett resultiert (= Fettzunahme) und treibt die Entzündungsschwelle des Körper hinauf. Ein „mehr“ an Entzündungsreaktion im Körper verringert die Regenerationsleistung der Gewebe, steigert die Infektanfälligkeit und erhöht das mittel- bis langfristige Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken.

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