27. Juli 2015 blogger

Nach all dem, was in den letzten Beiträgen zu lesen war, scheint die Fructose das „absolute Gift“ zu sein. Zwar kann ein verstärkter Konsum zu zahlreichen Negativfolgen führen, eine pauschale „Verteufelung“ der Fructose ist jedoch unangebracht.

Bis auf die durch genetische Vorbelastung hervorgerufenen Symptome, beruhen allen anderen Folgen auf dem verstärkten Konsum mit synthetischer Fruktose und/ oder raffiniertem Zucker (Haushaltszucker) gesüßter Produkte. Nicht aber auf dem Konsum natürlicher Fructosequellen, den Früchten! Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Fructose in der (ganzen) Frucht immer im Verbund mit den auch enthaltenen (Frucht-)Proteinen und Ballastoffenen zugeführt wird. Somit bedarf deren Verdauung wesentlich längere Zeit, als dies bei reinen Flüssigkeiten der Fall ist. Die Fruktose wird (noch) langsamer resorbiert und die Leber hat mehr Zeit zu dessen Verarbeitung. Des Weiteren enthalten selbst die fructosereichsten Früchte bei Weitem nicht so viel Fructose, wie es der durchschnittliche Softdrink tut. Da (feste) Früchte auch zur Sättigung führen, ist es nur schwer möglich so viel davon (in kurzer Zeit) zu konsumierten, wie es mit Flüssigkeiten der Fall ist. Dieses Beispiel zeigt aber, dass auch der Konsum von aus Früchten stammender Fructose nicht immer unproblematisch ist. Auch wenn es auf diesem Wege kaum zu den Effekten langfristigen exzessiven Fructosesoftdrinkkonsums kommen kann, sind auch wasserreiche, ballaststoffarme und fructosereiche Früchte mit „Vorsicht“ und Maß zu genießen. Besonders zutreffen ist das für die Weintraube, die all diese Anforderungen im höchsten Maße erfüllt. Des Weitern gilt diese Problemstellung im Besonderen für Fruchtsaft, da es sich auch dabei um eine weitgehend ballaststofflose, sehr schnell verdauliche Flüssigkeit mit hohem Fructoseanteil handelt, von der es auf Grund fehlendem Sättigungseffektes sehr leicht möglich ist große Mengen (und damit auch große Fructosemengen(!)) zu konsumieren. Beispielsweise besteht 1l Apfelsaft aus 1,5 kg Äpfeln. Einen Liter Apfelsaft zu trinken ist mengenmäßig für Niemanden schwierig, 1,5 kg Äpfel, d.h. 10  bis 15 Äpfel, zu essen dagegen schon. Eben Beschriebenes gilt auch für Smoothies, die zwar etwas mehr an Ballaststoffen enthalten, dennoch (fast) nicht zur Sättigung führen und genau so viel Fructose enthalten.

Fructose in Mengen und Zustandform zuzuführen an die unser System angepasst ist, d.h. nicht mehr als ca. 10 g/ d und über ganze Früchte, ist nicht nur unproblematisch, sondern aus gesundheitlicher Sicht sogar absolut sinnvoll und wichtig. Früchte stellen einen der wichtigsten – wenn nicht den wichtigsten – Lieferanten von Vitaminen dar, dass sie zu den regelmäßigen zugeführten Nahrungsmitteln gehören sollten. Idealerweise in moderaten Mengen (im 200 g – Bereich) und – z.B.  über die Woche verteilt – aus einer großen Früchtevielfalt bestehend. So aufgenommen hat die Fructose bei den allermeisten Menschen keinerlei negative Folgen, bei gleichzeitigem Profit der gesundheitlich fördernden Eigenschaften der Früchte.

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