20. Juli 2015 blogger

Besonders die USA ist seit den letzten 20 Jahren von einem epidemiehaften Anstieg der Fälle von Übergewicht, metabolischem Syndrom und einer Zunahme von Leberschäden betroffen. Grund dafür ist der extrem hohe Fructosekonsum von teilweise mehr als 200 g pro Tag. Dieser beruht vor allem auf der industriellen Praxis die Glukose in Softdrinks vollständig durch aus Maisstärke synthetisch gewonnener Fructose zu ersetzten. Gründe dafür sind die vielfältigen Möglichkeiten Kosten einzusparen, die die Fructose vor bietet. Zu Einen weißt die Fructose gemessen an der Glucose eine 20 % höhere Süßkraft auf, zum Andere lässt sie sich wesentlich günstiger im Tankwagen transportieren. Zudem wird die Fructose in den USA aus staatlich subventioniertem Mais (Sirup aus Maisstärke = high-fructose corn syrup, HFCS) gewonnen.

Untersuchungen aus dem Jahr 2010 geben Hinweise darauf, dass auch der langfristige, exzessive Konsum fructosegesüßter Getränken – vor allem Softdrinks – ähnlich einem derartigen Alkoholkonsum zur Leberschäden bis hin zur Fettleber (Steatosis hepatis) führen kann. Der, vor allem in den USA zu beobachtende, rasante Anstieg des Fructosekonsums stellt damit nicht nur einen wichtigen Faktor für die Entstehung des metabolischen Syndroms dar, er ist ebenso Risikofaktor für nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankungen.

Glücklicherweise sind wir in Deutschland – generell in Europa – bisher weniger von dieser Gefahr betroffen, da hier der Einsatz von aus Maisstärke gewonnener Fructose in Softdrinks und anderen Produkten begrenzt ist und unserer Gastronomiekultur noch nicht auf „endless refill“ und Megabecher setzt. Dennoch besteht diese Gefahr natürlich auch hier, weshalb es an Jedem selber gelegen ist maßvoll in seinem Fructosekonsum zu sein.

 

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