13. Juli 2015 blogger

In Deutschland war es jahrlang üblich die für Diabetiker gedachten Produkte mit Fructose zu süßen. Begründet wurde dieses Vorgehen damit, dass Fruktose sowohl keine Insulinfreisetzung hervorruft, als auch kein Insulin für den Transport vom Blut in die (Leber)Zellen benötigt wird. Zudem führt Fructose zu einem, im Vergleich zur Glucose, wesentlich langsameren Blutzuckeranstieg. Dieses Praxis wurde jedoch durch Eingreifen des Bundesinstituts für Risikobewertung beendet, da die Auswertung einer Vielzahl von Studien zum Ergebnis hatte, dass die Aufnahme großer Fructosemengen negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel zur Folge hat und sowohl für das Auftreten von Fettleibigkeit, dem Risiko für Bluthochdruck und dem metabolischen Syndrom begünstigend wirken. In einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung konnte am Mausmodel gezeigt werden, dass der Zusammenhang zwischen einem gesteigerten Fructosekonsum und der Entstehung von Übergewicht nicht auf einer erhöhten Kalorienaufnahme beruht, sondern auf einer Veränderung im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. In dieser Untersuchung wurde sichergestellt, dass die drei genetisch identischen Maustestgruppen („Wassermäuse“, „Glucosewassermäuse“, „Fructosewassermäuse“) stets exakt dieselbe tägliche Kalorienmenge aufnahmen. D.h. beispielsweise, dass die Mäuse, welche nur Wasser zu trinken bekamen, genau die Menge an Kalorien mehr in der Nahrung hatten, die die anderen Gruppen in Form von Zuckerwasser (Glucose oder Fructose) zuführten.

Auch beim Menschen konnte inzwischen gezeigt werden, dass „überschüssige“ Fructose sehr viel schneller in Körperfett umgewandelt wird als Glucose. Außerdem führt die fructoseinduzierte Beeinflussung des Fettstoffwechsels zu einer verstärkten Einlagerung von durch die Nahrung zugeführten Fetten und einer Verminderung des allgemeinen Sättigungsgefühls. Bei den männlichen Probanden kam es außerdem zu einem starken Anstieg von LDL- Cholesterin und Triglyceriden im Blut. Sowohl Männer als auch Frauen waren von einer starken Abnahme der Insulinsensitivität betroffen, die weit über die Negativwirkung einer glukosereichen Diät in der Vergleichsgruppe hinausging.

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