16. März 2015 blogger

Physiologisch sieht es ähnlich aus wie bei den möglichen psychischen Auswirkungen, da jeder Körper seine spezifische Veranlagung hat und in einer besonderen Umgebung lebt. Hierbei ist es jedoch möglich objektive Faktoren von Pro und Kontra genau zu benennen, die Einen vor bestimmten Fehler bewahren können (oder evtl. direkt davon abhalten das „Cheaten“ überhaupt erst auszuprobieren).

Das Grundproblem beim Cheatday ist, dass sich alle Vorteile physiologisch betrachtet auch nachteilig auf das Erreichen eines bestimmten Ziels auswirken können – zumindest dann, wenn man wichtige Faktoren außer Acht lässt.

Wer beispielsweise sechs Tage lang mit zuckerfreier/ kohlenhydratarmer Ernährung, Training und einem täglichen Kalorienminus von 1000 kcal durchgezogen hat, der hat auch seinen körpereigenen Zuckerspeicher geleert. Der Körper war, vor allem bei intensivem Intervall- oder Krafttraining, dazu gezwungen Glykogen (= Speicherzucker in Leber und Muskeln) zur Energiegewinnung abzubauen. So leerte sich der Glykogenspeicher nach und nach. Mit einem Cheatday ist es leicht möglich diesen Zuckerspeicher quasi „von heute auf Morgen“ wieder aufzufüllen, was Einem – bei kluger Umsetzung – das Gefühl von neuer Power verschaffen kann und das darauf folgende Training als „leichter“ erscheinen lässt.

Hierbei lauern jedoch auch „Fallen“.

So kann es nach einem Cheatday zum so genannten „Kohlenhydrat Hangover“ („Kohlenhydrat-Kater“) kommen, der das Körpergefühl und die Qualität des Trainings negativ beeinflusst. Ähnlich dem „Alkohol-Kater“ leidet der Körper dabei am Folgetag an Wassermangel. Grund dafür ist die Bindung von Wasser an das neu einzulagernde Glykogen. Je Gramm Glykogen werden drei Gramm Wasser gebunden. War der Speicher zuvor also leer, können (je nach Trainingsniveau der Person) 400 bis 600g Glykogen eingelagert werden, was einer gleichzeitigen Bindung von 1,2 bis 1,8 Liter Wasser entspricht. Will man also vermeiden, dass es am Folgetag zum „Kohlenhydrat Hangover“ kommt, muss man am Cheatday eine ausreichende Wasserzufuhr, d.h. zum Beispiel: 2-3 l regulär + 1-2 l extra = 3-5l, sicherstellen!

Die Wiederbefüllung des Zuckerspeichers kann sich jedoch auch dann noch negativ auf die Fettverbrennung auswirken, indem sie verhindert, dass der Körper in das Fettverbrennungsstadium der Ketose (siehe Paläo – Teil 5) übergeht.

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